6. Numismatische Springschool in Halle vom 16.03.-21.03.26
BERICHT ÜBER DIE 6. NUMISMATISCHE SPRINGSCHOOL IN HALLE (SAALE )
Mit dem Landesmünzkabinett im Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt, der Fundnumismatischen Sammlung sowie den numismatischen Digitalisierungsprojekten, wie S.E.S.A.M., des Landesamts für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, und der Sammlung sowie dem Lehrangebot an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg sind es drei bedeutende Standorte, an denen mit Münzen in der Saalestadt gearbeitet und numismatische Forschung betrieben wird. Diese einmalige Konstellation ermöglicht es Dr. Aylin Tanrıöver (Lehrstuhl für Klassische Archäologie, IKAKLA, MLU) und Ulf Dräger (Landesmünzkabinett im Kunstmuseum Moritzburg Halle der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt) seit dem Jahr 2019, Frühlingsschulen zum Thema Geldgeschichte anzubieten, die an Bachelor- und Masterstudierende adressiert sind. Die Nachfrage ist groß und scheint von Jahr zu Jahr größer zu werden, haben sich in diesem Jahr doch 27 StudentInnen verschiedener Universitäten, sogar aus der Schweiz, für die 15 Plätze in der Numismatischen Springschool beworben.
Die 6. Numismatische Springschool (16.–21. März 2026) bot ein einwöchiges, vielfältiges Programm, das einen breiten Überblick über unterschiedliche Themen der Numismatik und Geldgeschichte beinhaltete. Dank der Mitwirkung engagierter DozentInnen der Universität Halle, des Kunstmuseums Moritzburg, des LDA Sachsen-Anhalt sowie privater ExpertInnen konnte ein abwechslungsreiches und praxisnahes Programm realisiert werden. StudentInnen aus Bamberg, Berlin, Hamburg, Heidelberg, Kiel, Saarbrücken, Stuttgart, Fribourg (Schweiz) und Halle erhielten dabei theoretische und praktische Einblicke in die Geschichte des Geldes – von der Münzentstehung bis zur digitalen Währung:
- Erklärung numismatischer Fachbegriffe und des Unterschieds zwischen Geld und Münze (Dr. Aylin Tanrıöver, MLU)
- Prämonetäre Geldformen und die Entwicklung des Geldes im Mittelmeerraum
- Beginn der Münzprägung in der ersten Hälfte des 7. Jh. v. Chr. (Dr. Aylin Tanrıöver, MLU)
- Entwicklung der griechischen Münzprägung archaischer und klassischer Zeit anhand zweier Fallbeispiele (Milet und Athen) (Dr. Aylin Tanrıöver, MLU)
- Hellenistischen Königsprägungen (Dr. Aylin Tanrıöver, MLU)
- Prägetätigkeit Roms in der Republik und in der römischen Kaiserzeit im Vordergrund (Dr. Aylin Tanrıöver, MLU).
- Einführung in die Keltische Numismatik (Dr. Marjanko Pilekić, LDA)
- Bestimmungsübung Antike Münzen
- Einführung in die Islamische Numismatik (Wolfgang Pechstedt, Sammler)
- Entwicklung der Münzprägung des Mittelalters (Ulf Dräger, Kunstmuseum Moritzburg, KST)
- Einführung in die Münzprägung der Neuzeit (Ulf Dräger, Kunstmuseum Moritzburg, KST)
- Einführung in die Medaillenkunde (Ulf Dräger, Kunstmuseum Moritzburg, KST)
- Einführung in die mitteldeutsche Brakteatenprägung (Dr. Jan-Erik Becker, LDA)
- Medaillenkunde und Medaillenworkshop (Carsten Theumer)
- Medaillen – das Bild der Wirtschaft (Prof. Dr. Dirk Schaal, MLU)
- Die Welt des Papiergeldes (Sven Koch, LDA)
- Digitales Zentralbankgeld (Prof. Dr. Dr. Rüdiger Pohl, MLU)
- Fundmünzen (A. Tanrıöver, MLU und A. Tauschensky, LDA)
- Numismatik Digitalisieren (A. Tauschensky, LDA)
- Einblicke in das Sammlungswesen – Kunstmuseum Moritzburg,
Robertinum und Zentrale Kustodie der MLU
- Exkursion ins Museum ›Alte Münze‹ in Stolberg (Harz)
Die sechs intensiven Tage verbanden theoretischen Input mit praktischer Erfahrung. Dank der großzügigen finanziellen Unterstützung durch die Numismatische Kommission der Länder in der BRD konnte auch in diesem Jahr den angereisten StudentInnen ein Reisekostenzuschuss gewährt werden; dafür sind die Organisatoren und insbesondere die StudentInnen sehr dankbar. Ein kleiner Empfang, der finanziell vom Numismatischen Verein Halle gefördert wurde, bot den TeilnehmerInnen sowie den DozentInnen die Möglichkeit, sich kennenzulernen und einen numismatischen Gedankenaustausch zu pflegen. Die Vereinigung der Freunde und Förderer der Universität Halle gewährte auch in diesem Jahr eine finanzielle Unterstützung, durch die die Realisierung des Medaillenworkshops ermöglicht werden konnte.
Beim Abschlussgespräch wurde der epochenübergreifende und interdisziplinäre Charakter der Veranstaltung besonders gewürdigt. Ein herzlicher Dank gilt allen Förderern und insbesondere den DozentInnen, die die Numismatische Springschool mit großem ehrenamtlichem Engagement ermöglicht haben.
Ein herzlicher Dank gilt allen Förderern und insbesondere den Dozent:innen, die die Numismatische Springschool mit großem ehrenamtlichem Engagement ermöglicht haben.
Sponsoren
Numismatische Kommission der Länder in der Bundesrepublik Deutschland
Vereinigung der Freunde und Förderer der Martin-Luther-Universität Halle
Numismatischer Verein Halle e.V.
TeilnehmerInnen der 6. Numismatischen Springschool vor dem Robertinum (Foto A. Brodersen)
Brakteaten lesen lernen_J.-E. Becker
Carsten Theumer stellt seine Medaillen vor @Moritzburg
D. Lücke am Balancier@Stolberg Alte Münze
Fundanalyse im Robertinum (Foto A. Tauschensky)
In der neuen Dauerausstellung des Museums Alte Münze in Stolberg
Keltische Münzen verstehen_M. Pilekić
Keramik-Medaillen der StudentInnen(Foto Carsten Theumer)
TeilnehmerInnen der 6. Numismatischen Springschool zu Gast in der Zentralen Kustodie im Historischen Sessionssaal (Foto Dr. D. Pöschl)
Medaillen bestimmen im Sessionssaal_Zentrale Kustodie der MLU
Medaillenworkshop@Stolberg
Münzbestimmung in der Moritzburg
Münzen unter die Lupe genommen @ Moritzburg
Papiergeld hatte es nicht einfach ... S. Koch
TeilnehmerInnen der 6. Numismatischen Springschool beim Numismatischen Plausch im Archäologischen Museum der MLU
TeilnehmerInnen der 6. Numismatischen Springschool vor der Moritzburg



